Praktischer Schutz der Feldlerche (Alauda arvensis) im Kreis Gütersloh
Gefördert durch die Stiftung für die Natur Ravensberg
Ein Gemeinschaftsprojekt der Biologischen Stationen Gütersloh Bielefeld (Ansprechpartnerin: Conny Oberwelland) und der Biologischen Station Ravensberg im Kreis Herford (Ansprechpartner: Klaus Nottmeyer-Linden).
Die Ergebnisse aus dem Kreis Herford finden Sie unter http://www.bshf.de. Lesen Sie hier die aktuelle Veröffentlichung zu dem Schutzprojekt in der Natur in NRW, Nr. 3/2009 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen! ![]() Die Feldlerche ist ein ehemaliger Steppenvogel und typischer Kulturfolger. Durch die Ackernutzung des Menschen ist sie in weite Bereiche Europas eingewandert. Heute ist die Feldlerche ein Charaktervogel der offenen Kulturlandschaft. Als Bodenbrüter benötigt sie kleinparzellige Ackerflächen mit locker bewachsener, niedriger Vegetation. Von Siedlungen, hoch gewachsenen Hecken und Wäldern hält sie gebührenden Abstand.
Schutzprojekt für die Feldlerche Im Kreis Gütersloh soll der Bestandsrückgang aufgehalten werden. Dazu ist das Schutzprojekt für die Feldlerchen von der Biologischen Station ins Leben gerufen worden, was von der Stiftung für die Natur Ravensberg gefördert wird. Ziel des Projektes ist die Entwicklung kleinflächiger Schutzmaßnahmen, die zu einer Verbesserung des Lebensraumes der Feldlerchen führen. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch ortsansässige Landwirte, die die Flächen in den Untersuchungsgebieten bewirtschaften.
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Brutreviere der Feldlerchen in den Untersuchungsgebieten
Während in Borgholzhausen, Werther, Casum und Versmold noch relativ viele Brutreviere sind, ist das Vorkommen in anderen Gebieten wie Entenort, Oesterweg, Vennort, Halle-Hörste und das Große Venn verhältnismäßig gering. Ein wesentlicher Grund für die unterschiedlichen Siedlungsdichten sind die heterogenen Standortfaktoren. So bietet z.B. die Südhanglage in Borgholzhausen mit dem sich durch den hohen Steinanteil schnell erwärmenden Boden sehr gute Bedingungen für den Bodenbrüter. Auch in Werther finden die Lerchen auf den kleinparzelligen Flächen mit den vielfältigen Kulturarten, sowie auf den extensiver bewirtschafteten Biolandflächen gute Neststandorte und ausreichend Nahrung für die Jungen. Ab dem Jahr 2008 beschränkten sich die Erfassungen auf die Gebiete, in denen Schutzmaßnahmen umgesetzt worden sind. Die Abweichungen der Anzahl von Revieren in einem Gebiet zwischen den Jahren zeigen allgemeine Schwankungen im Bestand der Feldlerchen an, die zwischen den Jahren unterschiedlich sein können. Doch spiegeln sie sicherlich auch die zunehmende Problematik wieder, dass sich der Lebensraum und das Nahrungsangebot für die Lerchen zunehmend verschlechtern. In Versmold z.B. ist seit Jahren die Bewirtschaftung auf vielen Ackerflächen stark intensiviert worden. 2008 wurde hier überwiegend großflächig Raps und Mais angebaut. Diese Kulturarten eignen sich aufgrund des schnellen und sehr dichten Wachstums nur für einen sehr begrenzten Zeitraum als Neststandort. Um einen völligen Einbruch der Feldlerchenpopulation auf diesen Flächen zu verhindern, sind ökologische Ausgleichsbereiche notwendig. Schutzmaßnahmen für die Feldlerchen Dank reger Beteiligung ortansässiger Landwirte sind seit 2006 verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt worden. Mit Hilfe kleinflächiger Extensivierungsmaßnahmen werden neue Neststandorte geschaffen und das Nahrungsangebot in den sonst monotonen, kräuterarmen Kulturflächen verbessert.
Die Schutzmaßnahmen wurden von den Feldlerchen sehr gut angenommen. Die hohe Anzahl an Revieren im unmittelbaren Bereich der durchgeführten Maßnahmen belegt, dass die Lerchen von dem verbesserten Nahrungsangebot und den günstigeren Brutbedingungen der Extensivierungsmaßnahmen profitieren. Öffentlichkeitsarbeit Die Öffentlichkeitsarbeit stellt einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Projektarbeit dar. In den lokalen Zeitungen erscheinen regelmäßig Berichte zu dem Projekt (Presseartikel). Außerdem machen wir durch Feldrandtafeln, die an den Flächen mit Schutzmaßnahmen aufgestellt werden, auf das Projekt und das Engagement der beteiligten Landwirte aufmerksam. Zur Information dient zudem der Projektflyer, den Sie hier herunterladen können. Während der Brutzeit führen wir Exkursionen in den Untersuchungsgebieten durch. Dabei stellen wir neben dem Projekt den Lebensraum der Feldlerche vor und machen auf die Gefährdung des Vogels und auf die Notwendigkeit von Schutzbemühungen aufmerksam.
Fazit Die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft verläuft sehr erfolgreich. Das Projekt erhält bei den Landwirten eine breite Zustimmung, während die Feldlerchen von den Schutzbemühungen profitieren - und mit ihnen auch andere Feldvögel wie Wachtel, Rebhuhn und Schafstelze. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen ist ein Folgeprojekt in Planung. Das Schutzprojekt "Feldvögel erleben in der Gütersloher Kulturlandschaft" soll ab dem Frühjahr 2009 in Kooperation mit der Stadt und dem Kreis Gütersloh durchgeführt. Lesen Sie hier mehr dazu. |
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