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| 10 Großer Brachvogel (Numenius arquata) | |||
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| Lebensraumansprüche | |||
| Der Große Brachvogel besiedelt ausgedehnte, extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen, die als Wiese, Weide oder Mähweide genutzt werden. Dabei bevorzugt er feuchtes Grünland, da dort zu Beginn der Brutzeit günstige Bedingungen durch schüttere und niedrige Vegetation vorhanden ist. Die artenreichen Feuchtwiesen weisen zudem ein höheres Nahrungsangebot auf als die intensiv genutzten Grünlandflächen. Die Nutzung des Grünlandes durch Mähen bzw. Beweidung darf nicht zu früh im Jahr erfolgen, da sonst die Gelege durch die Bearbeitung oder Viehtritt zerstört werden. Das Vorkommen des Brachvogels in der intensiv genutzten Landschaft ist vielfach darauf zurückzuführen, dass die standorttreuen und langlebigen (mehr als 20 Jahre!) Vögel in ihren alten Lebensräumen bleiben, auch wenn die Bedingungen nicht mehr optimal sind.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh | |||
| Die Schwerpunkte der Vorkommen im Nordkreis sind im Bereich des NSG "Versmolder Bruch" und den Feuchtwiesen um Hörste zu finden. Ein dünn besiedelter "Korridor" mit Revieren in den NSG's "Vennheide" und "Deteringswiesen" (Steinhagen), der Harsewinkeler Heide (Harsewinkel) sowie "Am Lichtebach" und "Große Wiese" (Stadt Gütersloh) vermittelt zu den Vorkommen der Gemeinde Verl mit dem NSG "Grasmeerwiesen" als Zentrum der Besiedlung. Mit zehn bis zwölf Paaren ist das Gebiet der "Rietberger Emsniederung" relativ dicht besiedelt. Im Bereich Lintel/Druffel ist im Südkreis eine weitere lokale Population erhalten geblieben. Im Südwesten der Gemeinde Harsewinkel sind einzelne Reviere innerhalb einer Anfang der neunziger Jahre noch dichter besiedelten Region vorhanden. In den letzten 5 Jahren lag der Gesamtbestand jeweils bei rund 70 Paaren.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen | |||
| Der Große Brachvogel gilt in NRW als "stark gefährdet", da die Bestände innerhalb der letzten 25 Jahre um mehr als 20% abgenommen haben. Auch im Kreis Gütersloh nahm der Bestand bis Mitte der 1990er Jahre ab, und hat sich erst in den letzten 5 Jahren auf niedrigem Niveau weitgehend stabilisiert. Gefährdungsursachen sind u.a.: - Der Verlust geeigneter Brutbiotope infolge der Abnahme des Grünlandanteils und der landwirtschaftlichen Nutzfläche insgesamt; - Der Anteil extensiver Wiesen und Weiden nimmt durch fortschreitende Intensivierung der Nutzung ab (starke Düngung, frühe Mahdtermine, Entwässerung); - Hohe Gelege- und Jungenverluste auf konventionell genutzten Acker- und Grünlandflächen durch häufige Bearbeitungsgänge oder hohen Viehbesatz. | |||
| Hilfsmaßnahmen | |||
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Infolge des Strukturwandels in der Landwirtschaft ist auch in Zukunft mit einer weiteren Abnahme der Milchviehwirtschaft und damit der Grünlandnutzung zu rechnen. Primär sollten die noch vorhandenen Lebensräume erhalten bzw. optimiert werden. Speziell außerhalb der Naturschutzgebiete ist ein Erhalt größerer Grünlandkomplexe und eine Extensivierung der Nutzung dringend notwendig. Das Kulturlandschaftsprogramm des Kreises mit der Möglichkeit eines freiwilligen Vertragsabschlusses von Extensivierungsverträgen (reduzierte Düngung, späte Mahd) ist dabei ein wichtiges Instrument. Durch die Anlage von flachen Wiesenblänken kann zudem die Attraktivität eines Gebietes für den Brachvogel gesteigert werden. Negativ wirken sich Maßnahmen aus, die den Lebensraum verkleinern oder zerschneiden (Bebauung, Windenergieanlagen, Straßenbau) sowie Störungen durch Freizeitaktivitäten (z.B. Modellflugsport).
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