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9    Goldammer (Emberiza citrinella)


Lebensraumansprüche
Die Goldammer, der „Vogel des Jahres 1999“, bewohnt die halboffene bis offene Kulturlandschaft. Wesentlich ist das Vorhandensein von „Strukturelementen“ wie z.B. Hecken, Baumreihen oder Obstbäumen. Auch an Waldrändern mit vorgelagerten Strauch- und Gebüschsäumen sowie auf Lichtungen innerhalb von Wäldern kommt die Goldammer vor. Der Gesang wird von frei exponierten Singwarten (Baumspitzen, Telefonmasten) aus vorgetragen. Zur Brutzeit werden überwiegend Insekten und Spinnen gefressen, die vorwiegend am Boden erbeutet werden. Daneben spielen, speziell im Winterhalbjahr, auch Sämereien eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund ist eine artenreiche Krautschicht an Feld- und Wegrändern und eine Vielfalt an Kulturen von großer Bedeutung für die Goldammer.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Mit Ausnahme geschlossener Waldgebiete und größerer Siedlungsbereiche kommt die Goldammer im Kreis Gütersloh noch weit verbreitet vor. Die vorhandenen Daten geben die Verbreitung nur lückenhaft wieder, da flächendeckende Untersuchungen für die häufigeren Arten sehr aufwendig sind.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Die Goldammer ist zur Zeit in der „Vorwarnliste“ der Roten Liste von NRW aufgeführt. Der Grund dafür sind regionale Bestandsrückgänge. Wie bei anderen Arten der Feldflur wirkt sich die großflächige Intensivierung der Landwirtschaft negativ auf die Goldammer aus. Trotzdem gehört sie bei uns noch zu den häufigen Arten der Kulturlandschaft. Probleme hat die Goldammer in Gebieten, wo wenig oder keine der als Brutplatz und als Singwarten benötigten Strukturen (Hecken, Bäume, krautreiche Randstreifen) mehr vorhanden sind. Eine geringe Pflanzenvielfalt in den Kulturen und in deren Randbereichen führt zu einer Verminderung des Nahrungsangebotes an kleinen Wirbellosen und Sämereien. Aus diesem Grund wirken sich auch intensive Pflegemaßnahmen an Gräben und Feldrainen negativ aus.

Hilfsmaßnahmen
In weitgehend ausgeräumten Landschaften kann durch Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt das Angebot an Lebensräumen verbessert werden. Die Pflanzung von Hecken, Obstbaumreihen, Einzelbäumen und Sträuchern an Wegen, Grabenrändern und Böschungen kann hier angeführt werden. Auch Ruderal- und Ödlandflächen sollten erhalten und nicht intensiv „gepflegt“ oder aufgeforstet werden. Generell sollte eine eher extensive Pflege von Bahndämmen, Böschungen, Gräben und Ufersäumen eingeführt werden. Die Durchführung der Pflegemaßnahmen sollte außerhalb der Brutzeit (April bis Ende August) liegen, da die Goldammer ihr Nest oftmals bodennah in der Krautschicht anlegt.

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