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8    Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
Foto-Copyright: B. Stemmer


Lebensraumansprüche
Kommt als Brutvogel in nicht zu dichten Altholzbeständen sowie an Waldrändern und Waldlichtungen vor. Dabei werden sonnige Kiefernbestände bevorzugt, die z.T. keine Strauchschicht aufweisen oder sogar ganz ohne bodenbedeckende Vegetation sind. Auch Gehöfte mit altem Baumbestand (Hofeichen), parkähnliche Gärten, Friedhöfe mit artenreichem Baumbestand, Alleen, Kopfbaumreihen, Obstwiesen und Hausgärten im Siedlungsbereich werden besiedelt. In der Regel brütet der Gartenrotschwanz in Nischen oder Höhlen und profitiert dann von künstlich aufgehängten Nisthilfen. Dadurch kann besonders im Siedlungsbereich bei Fehlen geeigneter Naturhöhlen eine Ansiedlung gefördert werden. Es sind aber auch Bruten auf dem Boden nachgewiesen worden.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Aus dem Teutoburger Wald und dem Ravensberger Hügelland fehlen aktuelle Nachweise. Aufgrund starker Bestandsrückgänge im Ostmünsterland nur noch vereinzelt anzutreffen, oft an Hofstellen. Aktuelle Meldungen liegen u.a. vor aus dem Bereich Tatenhauser Wald, dem NSG „Ruthebach“ und der Barrelheide (Stadt Halle), aus Ebbesloh/Niehorst (Stadt Gütersloh) und der Beller Mark (Harsewinkel). Von einer dichteren Besiedlung ist nur im Übergangsbereich zur Senne in Schloß-Holte Stukenbrock auszugehen.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Der Gartenrotschwanz gilt in NRW als „gefährdete“ Art, da starke Bestandseinbußen seit den 1980er Jahren zu verzeichnen sind. Dies hängt sicherlich auch mit negativen Veränderungen im Überwinterungsgebiet (südliches Afrika) zusammen. Aber auch im Brutgebiet sind durch Verlust geeigneter Altholzbestände, alter Hochstamm-Obstwiesen und reich strukturierter Hausgärten viele Reviere verlassen worden. Insgesamt wirkt sich sicherlich die Ausräumung der Landschaft (Verlust an Hecken, Einzelbäumen, Heideresten) und die zunehmende Intensivierung der Nutzung negativ auf den Gartenrotschwanz aus.

Hilfsmaßnahmen
Aufgrund der momentanen Seltenheit des Gartenrotschwanzes ist mit Erfolgen von Hilfsmaßnahmen kurzfristig nicht zu rechnen. Wesentlich ist, dass geeignete Lebensräume erhalten bzw. optimiert werden und damit ein entsprechendes Angebot an Revieren zur Verfügung steht. Im Siedlungsbereich sind hier vor allem Parkanlagen, Friedhöfe und Gärten von Bedeutung. Dort sollten alte Baumbestände und Einzelbäume erhalten werden (Baumschutzsatzungen) und insgesamt ein hoher Strukturreichtum durch ein „Mosaik“ an Gehölzen (Hochstamm-Obstbäume!), Wiesenflächen und anderweitig genutzter Bereiche angestrebt werden. Ein Mangel an Höhlen kann durch das Aufhängen von Nisthilfen beseitigt werden. Vergleichbares gilt auch für Einzelgehöfte, die z.T. noch günstige Voraussetzungen bieten. Alte Alleen und Kopfbaumreihen sollten gegebenenfalls durch Neupflanzung von Bäumen in ihrem Bestand gesichert werden.

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