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| 6 Feldlerche (Alauda arvensis) |

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| Lebensraumansprüche |
Die Feldlerche ist der Charaktervogel der offenen Feldflur. Als ursprünglicher Bewohner von Steppenlandschaften siedelt sie sich in offenen und sogar baum- und strauchlosen Landschaften an. Da die Feldlerche ein übersichtliches Gelände benötigt, fehlt sie in waldreichen Gegenden z.T. ganz und auch kleinparzellierte Heckenlandschaften werden nicht oder nur spärlich besiedelt. Als Bodenbrüter wählt sie im Frühjahr schütter bewachsene Flächen für die Anlage des Nestes aus. Dies können Ackerflächen, Brachen oder Grünland sein. Flächen, auf denen zu diesem Zeitpunkt bereits eine hohe Vegetation steht, werden nicht angenommen. Zwei Bruten werden durchgeführt, wobei jeweils von der Eiablage bis zum Selbstständig werden der Jungvögel ca. sechs Wochen vergehen. Die Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und Spinnen sowie Pflanzenteilen und Samen.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Besiedelt werden sowohl das Ravensberger Hügelland als auch das Ostmünsterland. Im Bereich des Teutoburger Waldes kommt die Feldlerche nur vereinzelt vor. Insgesamt ist die Feldlerche noch weit verbreitet, aber regional sehr selten geworden. Während z.B. im Bereich des „Versmolder Bruches“ noch gute Bestände vorkommen, sind im deutlich größeren NSG „Rietberger Emsniederung“ nur Einzelpaare zu finden.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
Die Feldlerche siedelt sich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an. Die heute überwiegend betriebene intensive Nutzung hat zur Folge, dass viele Gelege und Nester der Feldlerche durch Bearbeitungsmaßnahmen (Einsaat, Düngen, Mahd) zerstört werden. Mit Wintergetreide bestellte Äcker wachsen im Frühjahr sehr schnell auf und stellen dann keine optimalen Brutbiotope dar. Im Extremfall werden Bruten abgebrochen, wenn die Vegetation zu dicht und zu hoch steht. Dies gilt auch für intensiv gedüngtes Grünland, das oft gar nicht erst von der Feldlerche besiedelt wird. Durch die Vergößerung der Bewirtschaftungseinheiten nimmt die Zahl der Saumbiotope und Randstreifen, die für die Nahrungssuche genutzt werden, ab. Das Nahrungsangebot an Insekten ist in intensiv genutzten Kulturen sehr gering und kann zu Problemen bei der Jungenaufzucht führen.
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| Hilfsmaßnahmen |
Auch ohne großflächige Extensivierung der Nutzung können Hilfsmaßnahmen für die Feldlerche durchgeführt werden. Brachflächen sollten erst nach der Brutzeit der Vögel bearbeitet werden. Über die Anlage von ungedüngten und ungespritzten Randstreifen an Ackerrändern läßt sich das Nahrungsangebot verbessern. Breitere Streifen (>10m) zwischen den Ackerschlägen können auch als Brutplatz angenommen werden. Diese Maßnahme macht für die Feldlerche jedoch nur in der offenen Feldflur Sinn, da Randstreifen an Hecken und Baumreihen gemieden werden. Selbst kleinere Ruderalflächen können als Nahrungsgebiet oder zum Brüten von Bedeutung sein und sollten erhalten und gepflegt werden. Durch die Asphaltierung von Feldwegen gehen der Feldlerche Flächen verloren, die sonst zur Nahrungssuche gerne aufgesucht werden. Eine späte Mahd (nicht vor August) der Randstreifen an Fahrwegen und Gräben ist zu empfehlen, da dann das Nahrungsangebot an Insekten und Samen bis zum Ende der Brutzeit erhalten bleibt.
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