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| 36 Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) |

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| Lebensraumansprüche |
Die Zwergfledermaus ist mit knapp 5 cm Körperlänge die kleinste europäische Fledermausart. Bei der Wahl der Wochenstuben im Sommerhalbjahr ist sie wenig wählerisch. So gibt es Nachweise aus sehr unterschiedlichen Quartiertypen: auf Dachböden, hinter Bretterverschalungen, in Vogelnistkästen, hinter Fensterläden und Schiefer, Schildern an Häusern, in Höhlen, Stollen oder Holzstapeln. Als Winterquartiere werden Höhlen, Stollen oder Gebäude genutzt. Hier verbringen die Tiere häufig in großer Zahl den Winter. Auch Wochenstuben können mehrere hundert Weibchen umfassen, Zwillingsgeburten treten sehr regelmäßig auf. Die Paarung findet im Juli/August statt. Die Männchen locken mit auch für den Menschen hörbaren Rufen (Soziallaute) die Weibchen zu sich heran. Als Nahrung werden Fliegen, Kleinschmetterlinge und kleine Käfer genommen. Die Jagdreviere liegen bis in eine Entfernung von 2 km um das Quartier.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Gezielte Untersuchungen der Fledermäuse des Kreises liegen nur aus wenigen Teilbereichen vor. Hierbei konnten sehr oft auch Zwergfledermäuse nachgewiesen werden. Daneben liegen auch viele Zufallsfunde vor, die bei dieser Art vergleichsweise häufig sind, da sie oft an Gebäuden auftritt. Die vorliegenden Daten lassen eine noch sehr gute Verbreitung der Zwergfledermaus im Kreis Gütersloh vermuten. Sie ist wahrscheinlich die häufigste Fledermaus im Kreis.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
Die Bestände der Zwergfledermaus haben sich in den letzten Jahren wieder gut erholt, die Art gilt inzwischen in NRW nicht mehr als gefährdet. Sie ist allerdings auch im Kreis Gütersloh nach wie vor von Maßnahmen des Naturschutzes abhängig.
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| Hilfsmaßnahmen |
Wesentlich für den Schutz der Zwergfledermaus ist der Erhalt von Quartieren. Bei Renovierungen von Dachböden oder Bruchsteinhäusern sollte auf entsprechende Spalten, die den Versteckmöglichkeiten bieten geachtet werden. Auch durch Ausbringen geeigneter Nistkästen kann dieser Art gut geholfen werden. Da oft Dachböden oder Nischen von Wohnhäusern als Quartiere genutzt werden, sind oft die menschlichen Bewohner davon zu überzeugen, dass von den Tieren keine Gefahr ausgeht und ein Wohnen unter einem Dach gut möglich ist.
Im Herbst treten hin und wieder Einflüge von Jungtier-Gruppen in Gebäude und Privatwohnungen auf, insbesondere durch offene Oberlichter. Die Tiere hängen dann häufig in Vorhängen und Gardinen und können alleine nicht mehr den Weg nach draußen finden. In einem solchen Fall sollten entsprechende Naturschutzstellen (z.B. untere Landschaftsbehörde, Fledermausgruppe der GNU, Biologische Station) benachrichtigt werden, damit die völlig harmlosen Zwergfledermäuse möglichst schnell wieder in die Freiheit entlassen werden können.
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