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35    Siebenschläfer (Myoxis glis)
Foto-Copyright: Matthias Hermann


Lebensraumansprüche
Der Siebenschläfer besiedelt ursprünglich Laubwälder des Hügel- und Berglandes mit einem hohen Buchenanteil. Die Buchen (Bucheckkern) sind für ihn als Nahrungsgrundlage im Herbst von großer Bedeutung, da die Tiere sich für ihren 7-8 monatigen Winterschlaf einen großen Fettvorrat zulegen müssen. Der Winterschlaf wird meist in Spalten und Höhlen im Boden verbracht. Viele Funde des Siebenschläfers gibt es daher aus den kluftigen Kalksteinbereichen des Teutoburger Waldes insbesondere an Steinbrüchen. In direkter Waldrandlage werden von der Art auch Dachböden von Häuser, Gartenlauben oder Jagdkanzeln genutzt. In beheizten Häusern halten die Tiere häufig keinen festen Winterschlaf und machen dann durch Gepolter auch im Winterhalbjahr auf sich aufmerksam.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Siebenschläfernachweise aus dem Kreis Gütersloh liegen nur aus dem Bereich Borgholzhausen und vom Tatenhausener Wald vor. Ob zwischen beiden Bereichen ein Individuenaustausch stattfindet ist nicht bekannt. Nach bisherigem Kenntnisstand scheint die Gütersloher Population von den nächstgelegenen westfälischen Beständen der Paderborner Hochfläche und denen des östlichen Kreises Herford durch eine große Verbreitungslücke getrennt zu sein.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Hauptgefährdungsursache für den Siebenschläfer ist die Lebensraumvernichtung durch Bebauung von Waldflächen und die Forstwirtschaft, die alte oder geschädigte Bäume mit Höhlen aus dem Wald entfernt, oder großflächig ganze Bestände erntet. Neben natürlichen Feinden (besonders Eulen), kommt für den Siebenschläfer in Siedlungsnähe noch ein weiterer Gefährdungsfaktor hinzu: streunende Hauskatzen. Diese vermögen die eigentlich recht scheuen und gewandten Tiere teilweise in größerer Anzahl zu erbeuten, besonders im Herbst, wenn die Siebenschläfer aufgrund ihres angefressenen Fettpolsters etwas behäbiger werden.

Hilfsmaßnahmen
Als vorübergehende Hilfsmaßnahmen hat sich in forstlich stark beeinträchtigten Wäldern das Anbringen von Vogelnistkästen bewährt. Diese werden ab Juni, nach dem Flüggewerden der Vögel, vom Siebenschläfer besiedelt. Hier werden dann auch häufig die 3 – 7 Jungen Ende Juli bis Mitte August zur Welt gebracht. Als langfristige Schutzmaßnahme ist aber nur die Umwandlung reiner Altersklassenwälder in Bestände mit unterschiedlichem Alter und der Duldung von Totholz und geschädigten Bäumen zum Erhalt des Siebenschläfers sinnvoll. Vor allem in Waldnähe gelegene Obstwiesen sowie früchtetragende Gebüsche in Hecken und Waldsäumen werden vom Siebenschläfer gerne aufgesucht und sollten daher erhalten und gefördert werden.

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