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| 34 Großes Mausohr (Myotis myotis) |
 | Foto-Copyright: Batmedia/Heblich |
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| Lebensraumansprüche |
Die größte in Deutschland lebende Fledermausart, das Große Mausohr, besiedelt in Mitteleuropa ausschließlich Wochenstuben (Weibchen- und Fortpflanzungsquartiere) in Gebäuden. Es werden vor allem die Dachstühle großer alter Gebäude wie Schlösser, Burgen und Kirchen genutzt. Bedeutsam ist, dass in einem Landschaftsraum nicht nur ein besiedelbares Quartier vorhanden ist, sondern mehrere. Die Kolonien eines Gebietes stehen bis in eine Entfernung von über 10 km in regem Individuenaustausch. Besonders bei Störungen ist wichtig, dass die Tiere ein mögliches Ausweichquartier aufsuchen können. Die Männchen leben meist einzeln in Baumhöhlen. Seine Nahrung, die vornehmlich aus größeren Käfern (bes. Laufkäfer und Mistkäfer) besteht, sucht das Große Mausohr zum überwiegenden Teil in lichten Laubwäldern. Felder und Wiesen werden vor allem nach dem Abernten aufgesucht. Häufig wird die Beute nicht im Flug ergriffen, das Große Mausohr läuft bei der Jagd auch auf den Hinterfüßen und dem Ellbogengelenk über den Boden. Die Jagdreviere liegen in einem Umkreis von etwa 10 km um die Kolonie.
Den Winter verbringen die Tiere in frostfreien Höhlen, Stollen oder alten Eiskellern. Zwischen Sommer- und Winterquartieren einzelner beringter Tiere wurden bereits Entfernungen von über 200 km festgestellt.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Im Kreis Gütersloh sind keine Wochenstuben bekannt, dies ist aber möglicherweise auf den noch recht dürftigen Durchforschungsgrad des Gebietes zurückzuführen. Im Kreis Herford existiert z.Zt. noch eine kleine Gesellschaft, die sich aber anscheinend nicht mehr fortpflanzt. Aus Bielefeld sind ebenfalls keine Wochenstuben-Quartiere bekannt. Die Nachweise der letzten Jahre für den Kreis Gütersloh beziehen sich vornehmlich auf winterschlafende Tiere in Kalkstollen oder Eiskellern im Bereich des Teutoburger Waldes (Borgholzhausen, Werther), sowie auf jagende Tiere im Tatenhausener Wald und Clever Bruch (Borgholzhausen).
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
Das Große Mausohr hatte seit den 50er Jahren unter starken Bestandseinbrüchen zu leiden. Diese hingen mit der Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft (bes. DDT und Lindan und deren Metabolite) und übertrieben steril durchgeführten Gebäudesanierungen (PCB-haltige Holzschutzmittel) zusammen. In den letzten Jahren konnten sich die Bestände auf einem niedrigen Level stabilisieren, die Art muss aber in NRW immer noch als stark gefährdet eingestuft werden. Hauptgefährdungsursache ist heute die Quartiervernichtung, dies betrifft sowohl die Sommer- als auch die Winterquartiere (Gebäudesanierungen, unsachgemäßer Verschluss oder Zukippen von Stollen und Höhlen, Störung der Höhlen durch „Höhlentouristen“ oder Feuermachen). Die Männchen der Art sind dann betroffen, wenn im Zuge forstlicher Maßnahmen alte oder geschädigte Bäume mit Höhlen aus den Beständen entfernt werden. Mausohren werden darüber hinaus auch häufig zu Opfern des Straßenverkehrs. Zwar werden die Flüge zwischen Quartier und Jagdlebensraum in großen Höhen zurückgelegt, während der Jagd selbst müssen sich die Tiere aber auf der Suche nach Käfern in Höhen zwischen 1,5 und 2 m bewegen und können dann zu verkehrsbedingten Kollisionsopfern werden.
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| Hilfsmaßnahmen |
Um den Mausohr-Populationen die Möglichkeit zu geben sich wieder zu erholen, ist zunächst ein strikter Schutz und eine ausreichende Sicherung der Quartiere notwendig. Dies betrifft sowohl Gebäudequartiere als auch Stollen, Höhlen und Waldbereiche mit nachgewiesenen Mausohrvorkommen. Außerdem sollte mittelfristig das Angebot potentieller Quartiere erhöht werden. Dazu müssen Dachböden, Höhlen und Stollen (mit Sicherung durch Fledermausgitter) für die Fledermäuse zugänglich gemacht werden. Höhlenbäume sollten im Wald belassen werden und auch bei großflächigen Rodungen möglichst an Ort und Stelle verbleiben. Bei notwendigen Gebäudesanierungen dürfen keine für die Fledermäuse schädlichen Holzschutzmittel benutzt werden.
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