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4    Dorngrasmücke (Sylvia communis)


Lebensraumansprüche
Die Dorngrasmücke bewohnt bei uns die offene bis halboffene Landschaft. Wichtig ist das Vorhandensein von Kleinstrukturen wie z.B. Hochstauden-Säume an Wegen, Gräben oder Fließgewässern mit Einzelbüschen, Gebüschgruppen oder Hecken an Weg- und Feldrändern. An Waldrändern mit vorgelagerten, lockeren Gebüschzonen besonders in wärmeren Lagen und auch auf größeren Kahlschlägen siedelt sich die Dorngrasmücke ebenfalls an. Brachflächen werden erst in einem späten Stadium der Sukzession (Gebüschentwicklung) als Bruthabitat angenommen.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Für das Ravensberger Hügelland liegen nur vereinzelt Daten vor, die aber eine weite Verbreitung vermuten lassen. Insbesondere die mit Gebüschen bestandenen Kanten entlang der Siektäler werden gerne als Brutbereich angenommen. Im Teutoburger Wald werden die landwirtschaftlich genutzten Tallagen und Waldrandbereiche sporadisch besiedelt. Im Ostmünsterland ist die Dorngrasmücke ein verbreiteter Brutvogel, der aber nur lokal häufig ist (z.B. in den NSG „Rietberger Emsniederung“ und „Versmolder Bruch“).

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Nach Bestandszunahmen innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Dorngrasmücke aus der Roten Liste Kategorie 3 (gefährdet) herausgenommen und in die „Vorwarnliste“ gestellt worden. Die Dorngrasmücke hat insbesondere in den Gebieten, in denen eine Flurbereinigung durchgeführt wurde, viele ursprünglich vorhandene Lebensräume verloren. Der Verlust an geeigneten Habitatstrukturen wie Hecken, Sträuchern, kleinen Feldgehölzen und Säumen hat sich hier negativ ausgewirkt. Gleichzeitig führt eine Intensivierung der Nutzung, die oft auch Auswirkungen auf die Randstreifen hat (Verkleinerung, häufige Mahd, Eintrag von Insektiziden) zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen.

Hilfsmaßnahmen
Eine an Kleinstrukturen reiche Landschaft bietet nicht nur der Dorngrasmücke gute Lebensbedingungen. In „ausgeräumten“ Landschaftsbereichen kann die Strukturvielfalt z.B. durch die Pflanzung von Einzelsträuchern in ausreichend breiten Randstreifen an Äckern und Grünland erhöht werden. So können z.B. Böschungskanten in Siekbereichen oder breite Gräben bereits durch Pflanzung einzelner Sträucher oder kleiner Gebüschgruppen (Brombeergebüsche u.a.) für die Dorngrasmücke optimiert werden. In Gebieten mit Vorkommen der Dorngrasmücke sollten zur Brutzeit (Mai bis Juli) Säume an Gräben und Wegen oder Brachestreifen nicht gemäht werden. Dadurch könnten die Nester zerstört werden, die nicht nur in niedriger Höhe in Hecken und Dornsträuchern sondern auch in der Krautschicht (Brennesseln) gebaut werden. Auch in sogenannten „Sekundärbiotopen“, wie Sand- und Kiesgruben kommt die Art regelmäßig vor. Werden diese Biotope nach Aufgabe der Nutzung nicht komplett aufgeforstet und der natürlichen Vegetationsentwicklung überlassen, können sich Dorngrasmücken oft über viele Jahre hinweg dort ansiedeln.

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