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23    Wasseramsel (Cinclus cinclus)


Lebensraumansprüche
Brütet an rasch fließenden, sauberen Fließgewässern mit steinigem oder kiesigem Flußbett und einzelnen über die Wasseroberfläche herausragenden Steinen. Wichtig ist eine ständige Wasserführung und eine ausreichende Nahrungsversorgung (Wasserinsekten, Würmer). Als Brutplatz werden Nischen oder Höhlen im Uferbereich benötigt. Oftmals werden an Brücken, Mühlen oder Wehren Nester angelegt, die Art siedelt sich aber auch in künstlichen Nisthöhlen (Nistkästen) an.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Es sind nur wenige regelmäßige Vorkommen der Wasseramsel im Kreis Gütersloh bekannt. Seit mehreren Jahren sind Bruten an der Dalke im Bereich des NSG „Große Wiese“ und im NSG „Furlbachtal“ bekannt. Auch an der Wapel, am Ölbach und am Laibach (Tatenhauser Wald) wurden Wasseramseln beobachtet. Im Teutoburger Wald fehlt die Art, denn es herrscht ein Mangel an Fließgewässern mit ausreichender Wasserführung im Sommer. Auch im Ravensberger Hügelland sind nur wenige geeignete Fließgewässer vorhanden. Denkbar wäre ein Vorkommen der Wasseramsel z.B. am Violenbach oder Schwarzbach, konkrete Nachweise liegen aber nicht vor.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Bedroht ist die Wasseramsel durch den Verlust ihrer Nahrungsgebiete und der Brutplätze. Eine zu starke Verunreinigung der Gewässer führt zu Problemen bei der Nahrungssuche (Trübung des Wassers). Durch den Ausbau von Fließgewässern werden naturnahe Uferbereiche mit Ruheplätzen und Stillwasserzonen beseitigt oder die Fließgeschwindigkeit wird herabgesetzt. Der Neubau von Brücken und Wehren kann zu einem Verlust an Brutnischen führen und auch die Restaurierung alter Mühlen geht oft zu Lasten der Wasseramsel. Die Bestände der Wasseramsel haben in einigen Teilen von NRW wieder zugenommen. Sie wird in der aktuellen „Roten Liste“ von NRW daher nicht mehr als gefährdet geführt.

Hilfsmaßnahmen
Wichtig ist der Erhalt naturnaher Bachläufe und eine Reduzierung des Schadstoffeintrages durch Industrie, Haushalte und Landwirtschaft. Bei der Renaturierung von Gewässern mit ausreichender Fließgeschwindigkeit kann durch die Anlage von Stein- oder Kiesbänken und das Ausbringen von Einzelsteinen die Attraktivität für die Wasseramsel erhöht werden. Das Anbringen von Nisthilfen oder der Einbau von Niststeinen in neue und alte Brücken ist für eine Ansiedlung der Wasseramsel ebenfalls von großer Bedeutung. Bei der Renovierung von Mühlen und Wehren sollte auf den Erhalt von Nistnischen geachtet werden.

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