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3    Bekassine (Gallinago gallinago)


Lebensraumansprüche
Die Bekassine wird zu den sogenannten „Wiesenvögeln“ gezählt. Mit der Trockenlegung der Moore sind die ursprünglichen Biotope der Bekassine bei uns verschwunden, aber die Art hat in der durch menschliche Nutzung entstandenen Feuchtwiesen-Landschaft einen neuen Lebensraum gefunden. Sie bevorzugt dabei sehr nasse Bereiche mit kleinen Wasser- und Schlammflächen und einer lückigen, Deckung bietenden Vegetation. Sie ist daher vor allem in Binsenbeständen und Seggenriedern zu finden. Auch feuchte bis nasse Staudenbrachen z.B. im Bereich von „Blänken“ können besiedelt werden. Die Bekassine ist ein Bodenbrüter und stochert im weichen Boden nach Nahrung. Wenn Junge geführt werden, nimmt die Bekassine gerne Weidepfähle als Sitzwarten an und kann so Gefahren durch Feinde schneller erkennen.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
In den letzten Jahren ist die Bekassine fast ganz aus dem Kreis Gütersloh verschwunden. Traditionelle Brutplätze wie das Versmolder Bruch, die Grasmeerwiesen und andere Feuchtwiesenschutzgebiete sind verlassen worden. Auch im Umfeld von Verl (Sürenheide) und bei Rheda-Wiedenbrück kamen bis Mitte der neunziger Jahre noch vereinzelt Bekassinen vor. Die letzten Brutgebiete der Bekassine liegen in den Schloßwiesen bei Rheda (zuletzt 1998) und in der Rietberger Emsniederung, wo im Jahr 2000 fünf Paare brüteten. Zu den Zugzeiten im Frühjahr und Spätsommer kann sie noch regelmäßig an Gewässerrändern oder nassen Wiesenbereichen angetroffen werden. Als Brutvogel ist die früher im Kreis Gütersloh so weit verbreitete Bekassine aber heute akut vom Aussterben bedroht.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Auch landesweit sind die Bestände ebenso stark zurückgegangen wie im Kreis Gütersloh. Die Bekassine gilt daher in NRW „als vom Aussterben bedroht“ und wird daher in der Roten Liste unter der zugehörigen Kategorie 1 geführt. Die Intensivierung der Landnutzung (Trockenlegung von Wiesen, Düngung) hat dazu geführt, dass kaum noch geeignete Brutbiotope vorhanden sind. Auch in den Schutzgebieten ist die Bekassine zurückgegangen, da kaum Maßnahmen zur Wiedervernässung durchgeführt werden konnten und eine Extensivierung alleine nicht ausreicht, um die Bedingungen ausreichend zu verbessern.

Hilfsmaßnahmen
Der Bekassine kann vor allem durch eine großflächige Wiedervernässung von Wiesen geholfen werden, wie am Beispiel der Feuchtwiesen am „Dümmer“ (Niedersachsen) gezeigt werden konnte. Die letzten bekannten Brutbereiche müssen durch Pflege oder schonende Bewirtschaftung in einem günstigen Zustand erhalten werden, um ein Aussterben der Bekassine im Kreis zu verhindern. Durch die Neuanlage von flachen Gewässern („Blänken“) in geeigneten Flächen können Rast- und evtl. auch neue Brutgebiete geschaffen werden. Im Zuge der Renaturierung oder Neuanlage von Gewässern (z.B. Sandabgrabungen, Flußrenaturierungen) sollten Flachwasserzonen geschaffen werden, in denen sich Seggenbestände und Binsen ansiedeln können.

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