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20    Steinkauz (Athene noctua)


Lebensraumansprüche
Der Steinkauz ist ein sogenannter „Kulturfolger“, d.h. seine Ausbreitung bei uns erfolgte erst nach der Öffnung der ehemals von Wald dominierten Landschaft durch landwirtschaftliche Nutzung. Die Art meidet Wälder und stark gegliederte waldreiche Landschaften, insbesondere auch durch die Konkurrenz mit dem deutlich stärkeren Waldkauz. In der Kulturlandschaft werden Grünlandgebiete mit ganzjährig kurzrasiger Vegetation (Weiden) und zahlreichen Jagdwarten (Zaunpfähle, Einzelbäume) als Nahrungsreviere benötigt. Von den Jagdwarten aus fängt der Kauz Mäuse, Insekten, Regenwürmer und Kleinvögel. Gerne jagt er auch direkt auf dem Boden laufend und meidet daher Grünland mit zu hoher Vegetation oder dichte Ackerkulturen. Als Höhlenbrüter ist für den Steinkauz ein gutes Nisthöhlenangebot von großer Bedeutung. Bevorzugte Brutplätze sind alte, höhlenreiche Kopfweiden und Obstbäume (Obstwiesen) sowie Viehunterstände, Schuppen, Scheunen und andere alte Gebäude. Stimmt der Lebensraum, kann der Steinkauz auch im Randgebiet von Städten vorkommen.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Die Kartierung von 1999 im Kreis Gütersloh zeigte, daß die Schwerpunkte der Vorkommen im südlichen Kreisgebiet liegen und sich nach Norden hin ein deutlich lückenhaftes Verbreitungsbild ergibt. Auf den drei Meßtischblättern 4116 (Rietberg), 4215 (Wadersloh) und 4216 (Mastholte) brüteten mehr als 50% der im Kreisgebiet vorkommenden Steinkäuze. Zwei vermutlich isolierte Vorkommen sind bei Borgholzhausen (5 Reviere) und bei Versmold (8 Reviere) festgestellt worden. Kleinere Populationen kommen in Herzebrock-Clarholz und im Norden des Stadtgebietes von Gütersloh (Isselhorst/Ummeln) vor. Der Steinkauz fehlt vollständig im Raum Werther und dem Norden Bielefelds, d.h. im Ravensberger Hügelland, wo er nachweislich noch in den 60er Jahren vorkam. Auch in Halle und Harsewinkel ist der Steinkauz ausgestorben. Der Gesamtbestand für den Kreis Gütersloh liegt bei etwa 100 Paaren.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
In vielen Gegenden ist der früher häufige Steinkauz ganz verschwunden. Die Hauptursache für den Rückgang war und ist in der Veränderung der Landnutzung zu sehen. Hofnahe Weideflächen und extensiv genutzte Grünlandgebiete werden immer seltener, Obstwiesen werden nicht mehr genutzt und Kopfbäume nicht mehr geschneitelt. Durch die Modernisierung von Hofgebäuden gehen viele Brutnischen und sichere Ruheplätze verloren. Zunehmend werden Steinkäuze auch Opfer des Straßenverkehrs, wenn sie in Straßennähe jagen. Viele Junge Käuze sterben durch Unfälle im Umfeld der Gehöfte z.B. durch Ertrinken in Regentonnen, Viehtränken oder Güllebehältern oder sie verenden in Kaminen und Obstbaumnetzen. In kalten und schneereichen Wintern sterben viele Steinkäuze an Nahrungsmangel.

Hilfsmaßnahmen
Da der Steinkauz vielerorts bereits sehr selten geworden ist, ist der Schutz der letzten intakten Steinkauz-Reviere für den Erhalt der Population von großer Bedeutung. Viele Paare kommen in Hofbereichen vor und können durch eine Information der Besitzer vor unbeabsichtigter Vertreibung und Unfällen (Sicherung von Tränken und Regentonnen) bewahrt werden. Im Sinne des „Lebensraumschutzes“ sind der Erhalt von Einzelbäumen, Alleen, Kopfbaumreihen und Obstbäumen von besonderer Bedeutung, um so Brut- und Ruheplätze zu sichern. Neben dem Erhalt ist auch eine regelmäßige Pflege von Kopfweiden und Obstbäumen sowie eine Bewirtschaftung des Grünlandes bei Obstwiesen zu gewährleisten. Durch die Neuanpflanzung von Obstbäumen und Kopfweiden kann die Lebensraumqualität erhöht werden. Das Anbringen von künstlichen Nisthilfen ist dort sinnvoll, wo ein potentiell geeigneter Lebensraum vorhanden ist und ein Mangel an natürlichen Höhlen besteht.

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