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17    Rebhuhn (Perdix perdix)


Lebensraumansprüche
Als Bewohner der offenen Feldflur meidet das Rebhuhn durch Wälder und Feldgehölze stark strukturierte Gebiete. Optimale Bedingungen bietet eine kleinflächig gegliederte Landschaft mit einer Vielfalt an Kulturen (Acker, Grünland) und zahlreichen Saumstrukturen. Dies können neben Hecken vor allem Randstreifen an Äckern und sandigen Wegen, Böschungen, Brachestreifen und Ruderalfluren sein. Das Nest wird bevorzugt in Altgrasflächen angelegt. Auch Sand- oder Moorheiden, Trockenrasen und Kiesgrubengelände werden besiedelt, doch sind diese Lebensräume im Kreis Gütersloh sehr selten. Im Winter werden bevorzugt Stoppeläcker und Brachen sowie Heckensäume zum Nahrungserwerb aufgesucht.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Als Vogelart der weiten Feldfluren fehlt das Rebhuhn im Teutoburger Wald und in den dicht bewaldeten Bereichen des Ostmünsterlandes. Das Ravensberger Hügelland wird sicherlich nur lokal vom Rebhuhn besiedelt, es fehlen hier aber aussagekräftige Daten. Als weit verbreiteter, aber nicht häufiger Brutvogel kommt die Art im Ostmünsterland vor. In zehn von zwölf untersuchten Feuchtwiesenschutzgebieten konnte das Rebhuhn nachgewiesen werden. Die Beobachtungen aus dem übrigen Kreisgebiet beruhen auf Zufallsmeldungen, geben aber einen Eindruck über die Verbreitung dieser Art wieder.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Wegen drastischer Bestandseinbußen in den letzten Jahrzehnten wird das Rebhuhn in der Roten-Liste von NRW als „stark gefährdet“ geführt. Als Hauptgrund für die zunehmende Gefährdung des Rebhuhns kann die Intensivierung der Landwirtschaft angeführt werden. Damit einhergehend wurden große Landschaftsräume durch die Flurbereinigung stark negativ verändert. Gerade der Verlust an Ackerrainen und Hecken bei gleichzeitiger Vergrößerung der Schläge hat eine Verringerung der Deckungsmöglichkeiten zur Folge. Die Einbeziehung der Saumstrukturen in die intensive Nutzung (Düngung, Biozideinsatz) verringert die Artenvielfalt der Pflanzen und reduziert das Nahrungsangebot. Durch Ausmähen sterben viele Jungvögel und auch auf dem Nest sitzende Weibchen können zu Tode kommen. Durch den Umbruch der Stoppelfelder nach der Ernte kann es im Winterhalbjahr zu Nahrungsengpässen kommen.

Hilfsmaßnahmen
Neben dem Erhalt der in einigen Gebieten noch vorhandenen Strukturvielfalt und des „Mosaikcharakters“ der Feldflur kann dem Rebhuhn durch neu angelegte oder ausgeweitete Rand- und Saumbereiche (Hecken, Ackerrandstreifen, Ruderalflächen) geholfen werden. Wesentlich ist dabei ein Verzicht auf Spritz- und Düngemittel in diesen Grenzlinienstrukturen und eine späte Mahd, um Verluste an Gelegen und Jungen zu vermeiden. Eine Förderung der extensiven Bewirtschaftung von Grünland und Ackerflächen und eine Erhöhung der Kulturenvielfalt (Sommer- und Wintergetreide, Hackfrüchte, Brachen) bieten günstige Vorraussetzungen für die Ansiedlung des Rebhuhns. Vor allem Brachflächen sollten nicht zur Brutzeit gemäht oder umgebrochen werden. Die Pflege (Mahd) von Randstreifen und Böschungen sollte ebenfalls nicht zur Zeit der Jungenaufzucht (April bis Juli) durchgeführt werden.

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