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| 16 Pirol (Oriolus oriolus) |

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| Lebensraumansprüche |
Der Pirol bewohnt lichte Laubwälder oder Gebiete mit Feldgehölzen, Pappelforsten oder Ufergehölzen („Auwaldreste“). Dabei werden feuchte Gebiete (Flußauen, Feuchtwiesengebiete, Moore, Ufer von Seen) bevorzugt besiedelt. Prinzipiell kommt er auch in ausgedehnten Obstwiesen mit Hochstamm-Obstbäumen oder sogar in Parkanlagen mit artenreichem Altbaumbestand vor. Auch laubholzreiche Kiefernwälder, vor allem Eichen-Kiefern-Wälder, werden gelegentlich vom Pirol bewohnt. Als Nahrung werden größere Insekten, speziell die Raupen von Schmetterlingen (z.B. des Eichenwicklers) bevorzugt.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Aus dem Ravensberger Hügelland und dem Teutoburger Wald liegen aktuell keine Nachweise des Pirol vor. Auch im Ostmünsterland sind nur lokal Vorkommen bekannt. Seit vielen Jahren brüten einzelne Paare im „Versmolder Bruch“ und der „Rietberger Emsniederung“. Daneben sind auch Nachweise aus den Bereichen Varensell, Neuenkirchen und Rheda-Wiedenbrück bekannt.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
In NRW insgesamt und auch in der Westfälischen Bucht gilt der Pirol, der im Volksmund auch „Goldamsel“ genannt wird, als „stark gefährdet“. Der Bestand des Pirols ist durch eine langfristige Abnahme bedingt durch Lebensraumverluste und evtl. klimatische Veränderungen gekennzeichnet. Neben dem Verlust von Lebensräumen durch Trockenlegung von Auwaldresten und den Einschlag von Althölzern in geeigneten Waldgebieten wirken sich auch die Schadstoffimmissionen negativ aus. Luftschadstoffe führen zu Kronenschäden (Auflichtung) und reduzierter Laubentwicklung in den Beständen. Der Pirol hält sich bevorzugt in den dichten Kronenbereichen der Bäume auf, wo auch das Nest angelegt wird. In Lebensräumen wie Obstbaumbeständen wirkt sich eine Intensivierung der Nutzung negativ auf das Nahrungsangebot aus (Insektizide, Umwandlung von Hochstamm-Obstwiesen in Apfel-Plantagen).
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| Hilfsmaßnahmen |
Der Schutz der wenigen Brutpaare durch Erhalt und Optimierung der Lebensräume muß bei den Hilfsbemühungen im Vordergrund stehen. Es sollte in diesen Gebieten keine großflächigen Holzeinschläge durchgeführt werden und auch Bestände mit nicht einheimischen Pappel-Arten sind zu erhalten, wenn sie eine zentrale Stelle innerhalb eines Revieres einnehmen. Möglich wäre hier die langfristige Umwandlung in einen naturnahen Mischbestand aus Erlen, Pappeln und Weiden. Gerade die Entwicklung von „Auwäldern“ in den Flußauen (z.B. der Ems) im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen könnte langfristig das Angebot an geeigneten Lebensräumen erhöhen.
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