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| 15 Neuntöter (Lanius collurio) |

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| Lebensraumansprüche |
Der Neuntöter bewohnt halboffene, durch Hecken, Gebüschgruppen, Einzelbäume und Einzelbüsche strukturierte Landschaften. Auch Waldränder mit gut ausgebildetem Saumbereich und angrenzenden geeigneten Nahrungsflächen sowie Obstbaumbestände können als Lebensraum für den Neuntöter in Frage kommen. Bevorzugt werden dabei „wärmegetönte“ Bereiche wie z.B. südexponierte Hänge oder geschützte Tallagen. Da die Nahrung größtenteils aus mittelgroßen bis großen Insekten (Käfer, Schmetterlinge, Heuschrecken, Hautflügler) besteht, werden insektenreiche Flächen für die Nahrungssuche benötigt. Optimal in dieser Hinsicht sind extensiv genutzte Grünlandbereiche, wobei diese sowohl feuchte Wiesen bzw. Weiden als auch Trockenrasen sein können. Das Vorkommen dornentragender Sträucher in Hecken und Gebüschen ist ein typisches Element in Neuntöter-Revieren. Das Nest wird in dichter Vegetation in Hecken und Gebüschen, aber auch in Bäumen angelegt.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Der Neuntöter kommt nur lokal und mit wenigen Brutpaaren im Kreis Gütersloh vor. Im Ravensberger Hügelland fehlen neuere Nachweise. Einzelne Reviere sind alljährlich in den Randlagen des Teutoburger Waldes bei Borgholzhausen (Umfeld der Ravensburg) besetzt. Aus dem Ostmünsterland liegen Brutnachweise aus den Feuchtwiesenschutzgebieten „Versmolder Bruch“, „Ruthebach, Laibach, Loddenbach, Nordbruch und Bergwiesen“, „Große Wiese“ und der „Rietberger Emsniederung“ vor.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
In NRW gilt der Neuntöter insgesamt als „gefährdet“ (Rote Liste Kategorie 3), doch in der Westfälischen Bucht wird er regional als „stark gefährdet“ (Kategorie 2) geführt. Als Hauptgefährdungsursache ist bei uns der Verlust an geeigneten Lebensräumen anzusehen. Durch die Flurbereinigung sind in den letzten Jahrzehnten viele Hecken, Gebüschzonen und Saumbiotope verschwunden und die Größe der bewirtschafteten Flächen sowie die Intensität der Bearbeitung hat zugenommen. Der Umbruch von Grünland und letzter Heidereste ist ebenfalls unter diesem Punkt zu erwähnen. Durch die Aufgabe der Pflege von Hecken verlieren diese in der Regel an Attraktivität für den Neuntöter. Die Intensivierung der Landnutzung hat auch zu einem Rückgang des Nahrungsangebotes, vor allem an Großinsekten geführt. Hierin ist ein weiterer negativer Faktor zu sehen.
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| Hilfsmaßnahmen |
Neben dem Erhalt und der Pflege der bestehenden Hecken in Gebieten mit geeignetem Umfeld können auch Neupflanzungen von Hecken mit heimischen Gehölzarten (besonders dornentragende Sträucher) für eine mögliche Ansiedlung des Neuntöters von Bedeutung sein. Speziell die Förderung artenreicher Waldsäume und die Entfernung von Fichtenkulturen z.B. an den Hanglagen des Teutoburger Waldes wäre nicht nur im Hinblick auf den Neuntöter hilfreich. In Bezug auf das Nahrungsangebot sollte der Schutz und die Förderung artenreicher Feldfluren mit Brachestreifen und –flächen, ungedüngten Wiesen und strukturreichen Hecken im Mittelpunkt stehen. Gerade über die Förderung der Extensivierung von Wiesen und Weiden kann lokal das Nahrungsangebot erhöht werden.
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