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11    Heidelerche (Lullula arborea)


Lebensraumansprüche
Die Heidelerche kommt bei uns in lichten, durch Freiflächen aufgelockerten Wäldern vor. Sie bevorzugt dabei trockenere Standorte, die oft mit Kiefern bestanden sind. Nahrungssuche und Brut finden auf dem Boden statt. Daher sind vegetationsarme, d.h. nur spärlich bewachsene Flächen im Randbereich der Wälder von großer Bedeutung. Im Kreis Gütersloh sind derartige Bereiche dort zu finden, wo entweder Reste der früher weit verbreiteten Heideflächen (z.B. Moosheide, Niehorster Heide) erhalten blieben oder wo aufgrund des sandigen Untergrundes und extensiver Nutzung magere Wiesenbereiche oder schüttere Äcker vorhanden sind. Auch das Vorkommen ganz vegetationsfreier Stellen, wie sie z.B. unbefestigte Sandwege darstellen, ist typisch für die von der Heidelerche bewohnten Lebensräume. Als sogenannter „Kulturfolger“ kann sie auch von menschlichen Eingriffen in die Landschaft profitieren und siedelt sich vereinzelt auf Kahlschlagflächen oder breiten Schneisen unter Hochspannungsleitungen an.

Verbreitung im Kreis Gütersloh
Zur Zeit sind zwei Bereiche im Kreis Gütersloh mit Vorkommen der Heidelerche bekannt. Im Südosten des Kreisgebietes bei Schloß Holte-Stukenbrock brüten vor allem in der Moosheide regelmäßig mehrere Paare der Heidelerche. Ältere Nachweise sind aus der Mergelheide, dem Furlbach-Gebiet und aus dem Bereich Kipshagen bekannt. Die nächsten Fundorte der Heidelerche liegen nordwestlich der Stadt Gütersloh im Raum Niehorst (Niehorster Heide) und Kölkebeck (NSG „Vennheide“, Barrelheide). Auch in der Greffener, Rhedaer und Beller Mark nördlich von Harsewinkel sind in den letzten Jahren vereinzelt Nachweise bekannt geworden. Ältere Nachweise existieren zudem aus dem NSG „Hühnermoor“, dem Tatenhausener Wald sowie dem Waldgebiet Patthorst bei Steinhagen. Der Gesamtbestand der Heidelerche kann nur geschätzt werden, da keine umfassenden Untersuchungen aus dem Kreisgebiet vorliegen. Nach den bekannt gewordenen Daten der letzten Jahre dürfte der Bestand heute deutlich unter 30 Brutpaaren liegen.

Gefährdung und Gefährdungsursachen
Aufgrund der speziellen Ansprüche der Heidelerche an ihren Lebensraum ist die Zerstörung der letzten geeigneten Brutbiotope als Hauptgrund für die Gefährdung dieser Art anzusehen. Innerhalb der letzten Jahrzehnte sind in besonderem Maße Heideflächen und magere Wiesen durch Intensivierung der Nutzung, Aufforstung oder Ausweisung als Bauland zerstört worden. Viele der Gebiete tragen heute noch die Bezeichnung „Heide“ mit im Namen, ohne dass entsprechende Biotope vorhanden sind. Auch ehemals freiliegende Dünen sind mittlerweile infolge der natürlichen Vegetationsentwicklung dicht mit Bäumen bewachsen. Da die Heidelerche neben den Waldbereichen besonders auf geeignete Freiflächen angewiesen ist, führt eine intensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen bis an die Waldränder heran zu einem Verlust der Brutmöglichkeiten für die Heidelerche. Mit dem Ausbau sandiger Wege zu befestigten Wald- und Feldwegen sind diese für Heidelerchen-Reviere wichtigen Strukturelemente vielerorts verschwunden.

Hilfsmaßnahmen
Der Erhalt der verbliebenen Lebensräume ist aufgrund der geringen Populationsgröße der Heidelerche von besonderer Bedeutung. Speziell auf den Heideflächen sollte eine standortgerechte Nutzung beibehalten bzw. eingeführt werden (Beweidung mit Schafen). Desgleichen könnte im Randbereich lichter Kiefernwälder durch extensive Nutzung von Flächen als Wiese, Acker oder Brache der Heidlerche geholfen werden. Möglich sind auch breite Ackerrandstreifen zum Wald hin bzw. entlang sandiger Feldwege. Diese Streifen sollten nicht gedüngt und mit Spritzmitteln behandelt werden. Der besonderen Bedeutung von vegetationsfreien Flächen kann durch den Erhalt sandiger Feld- und Waldrandwege Rechnung getragen werden.

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