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| 2 Baumpieper (Anthus trivialis) |

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| Lebensraumansprüche |
Als typische Brutgebiete des Baumpiepers kommen bei uns vor allem aufgelockerte, sonnige Waldränder, Lichtungen, Kahlschläge und Aufforstungen in frühen Stadien in Frage. Ebenfalls werden Heide- und Moorflächen mit einzelnen Bäumen und Büschen sowie Grünlandgebiete mit Gehölzstreifen und Feldgehölze angenommen. Wesentlich sind Bäume und Sträucher als Singwarten und eine reich strukturierte Krautschicht mit einem Deckungsgrad von mindestens 50-60% für die Nahrungssuche und als Neststandort. Kahlschläge und Aufforstungen werden nach kurzer Zeit als Brutreviere wieder unattraktiv, wenn sich eine geschlossen Baum- bzw. Strauchschicht entwickelt. Als Nahrung werden kleine Insekten benötigt, die vorwiegend am Boden erbeutet werden.
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| Verbreitung im Kreis Gütersloh |
Im Bereich des Ravensberger Hügellandes und des Teutoburger Waldes kommt der Baumpieper nur sporadisch vor. Im Ostmünsterland wird vor allem der Nordteil des Kreisgebietes besiedelt, mit lokalen Häufungen z.B. im Oesterweger Teil des NSG „Versmolder Bruch“, bei Halle/Hörste und dem Raum Kölkebeck (Vennheide) sowie um Brockhagen. Auch im Osten des Kreises in Schloß-Holte Stukenbrock ist der Baumpieper regelmäßig verbreitet (z.B. NSG Moosheide). Im Südteil des Kreises kommt er nur unregelmäßig vor. Einzelne Nachweise gelangen bei Kaunitz, in der Rietberger Emsniederung und nördlich von Herzebrock.
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| Gefährdung und Gefährdungsursachen |
Aufgrund zurückgehender Bestände ist der Baumpieper in NRW in die „Vorwarnliste“ der Roten-Liste aufgenommen worden. Eine Gefährdung ist in erster Linie durch die Intensivierung der Landnutzung gegeben. Durch den Umbruch von Grünland oder die Intensivierung der Grünlandnutzung gehen als Brut- und Nahrungsflächen benötigte Flächen verloren oder es kommt zu hohen Verlusten durch die rasche Mahdfolge bzw. einen zu hohen Viehbesatz. Eine starke Düngung hat zur Folge, dass sich auf Wiesen eine zu dichte Vegetation entwickelt, die als Brutplatz gemieden wird. In flurbereinigten Gebieten herrscht zudem oft ein Mangel an Singwarten. In den Waldbereichen können z.B. durch die Aufforstung von Lichtungen Brutreviere verloren gehen. Reine Brennnesselfluren, wie sie vielfach aufgrund der hohen Nährstoffversorgung des Bodens auftreten, stellen keine geeigneten Brutplätze dar.
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| Hilfsmaßnahmen |
Die Art fehlt heute in vielen Bereichen, weil geeignete magere Flächen und Randbereiche fehlen, die als Brut- und Nahrungsräume benötigt werden. Die Anlage und Förderung ungedüngter Säume an Waldrändern und Feldwegen ist überall da sinnvoll, wo geeignete Gehölzstrukturen für den Baumpieper vorhanden sind. Ebenso verlieren Saumgehölze ihre Attraktivität, wenn sie zu Erlen- oder Birkenreihen durchwachsen und keinen deckungsreichen Unterwuchs mehr bieten. Auch die Pflege der Hecken ist daher eine wichtige Maßnahme, wobei einzelne höhere Bäume als Singwarten erhalten werden sollten.
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